4 Disruptionen für bislang funktionierende Arbeitsweisen durch künstliche Intelligenz

KI verändert tiefgreifend die Art und Weise, wie wir Unternehmen betreiben. Sind Sie vorbereitet?

Zusammenfassung der wichtigsten Punkte:

  • KI-Technologie erreicht die Marktreife und wird immer breiter in Unternehmen und Organisationen eingeführt.
  • Zu den wichtigsten Vorteilen im Geschäftsbetrieb zählen Produktivitätssteigerungen sowie neue und bessere Möglichkeiten, Kunden zu erreichen, Teams zu befähigen und die Agilität von Unternehmen zu steigern.

Laut einem von MIT Sloan Management Review und der Boston Consulting Group veröffentlichten Bericht stimmen 9 von 10 Unternehmensführern der Aussage zu, dass künstliche Intelligenz (KI) neue Chancen für Ihr Unternehmen eröffnet. Und alles deutet darauf hin, dass das weit mehr als Wunschdenken ist. Intelligente Technologien, die mit atemberaubender Analyse-Power bereitstehen, um eine Reihe von Aufgaben und Geschäftsprozessen zu unterstützen oder vollständig zu übernehmen, ändern die Spielregeln radikal und eröffnen neue Wertströme und Wertschöpfungsketten. Wir erläutern hier einige der Bereiche, in denen die Einführung von KI in Unternehmen weltweit die umfassendsten Veränderungen mit sich bringen wird.

Ein Blick zurück

Künstliche Intelligenz ist ein gleichermaßen altes und neues Thema. Während die Idee als solche schon vor Jahrzehnten entstand, erwies es sich als herausfordernd, praktische, skalierbare Anwendungen in Unternehmen und der Industrie zu finden. Entsprechend blieb KI bis vor kurzem vor allem auf Anwendungen im Labor begrenzt.

Heute ermöglicht die mittlerweile fortgeschrittene technische Entwicklung mehr Rechenleistung und sinkende Kosten. Dank einfacher zu bedienenden Lösungen können auch Anwender in Unternehmen mit KI arbeiten. Die schnelle, weitere Einführung von KI wird demnächst die Art und Weise revolutionieren, wie wir Produkte und Dienstleistungen entwickeln, produzieren und vermarkten.

KI: Der ultimative Killer für Verschwendung

Das zentrale Nutzenversprechen von künstlicher Intelligenz ist ihre erstaunliche Fähigkeit, Terabytes von Daten aus einer breiten Palette verschiedener Quellen zu verarbeiten und sinnvoll auszuwerten. KI gleicht Millionen von Datenfragmenten miteinander ab und erstellt daraus ein kohärentes Bild. Sie kann Komplexität verarbeiten, die das menschliche Gehirn schlicht überfordert.

Die offensichtlichsten KI-Anwendungen und Use Cases liegen vermutlich in der Prozessoptimierung. Durch die Verbindung sämtlicher Datenpunkte und -ströme können Machine und Deep Learning-Modelle Betriebsabläufe automatisieren und so enorme Effizienzgewinne erzielen. Von der Qualitätskontrolle über die vorausschauende Wartung produktiver Systeme über die laufende Prozessoptimierung basierend auf zuverlässigen Daten aus der Vergangenheit bis zur Betrugserkennung und -verhütung bietet KI Unternehmensführern die Tools, die sie zur Steigerung der Produktivität und zur Reduktion von Betriebskosten benötigen.

KI leistet einen vielversprechenden Beitrag zur effizienten Nutzung von Ressourcen. Angewendet mit passenden Strategien, besitzt sie das Potenzial, Unterbrechungen in der Energieversorgung zum Vorteil umzumünzen und den Einsatz und die Verschwendung von Ressourcen zu reduzieren. Big Data und KI-Technologien standen im Ruf, einen übergroßen CO2-Fußabdruck zu verursachen. Tatsächlich weist aber ein Bericht von PwC und Microsoft darauf hin, dass KI in vier Schlüsselindustrien (Landwirtschaft, Energie, Transport und Wasser) einen Rückgang der globalen Treibhausgasemissionen von 1,5 % bis zu 4 % bis zum Jahr 2030 ermöglichen könnte.

Ein Gamechanger für Customer Relations

Unternehmen können KI nicht nur nutzen, um die Kundenzufriedenheit durch kürzere Time-to-Market, gleichbleibend hohe Qualität, bessere Steuerung der Lieferketten und Einhaltung von Liefervereinbarungen deutlich zu steigern. Die Technologie macht es auch möglich, tragfähige Beziehungen zu jedem einzelnen Kunden aufzubauen.

KI-Engines untersuchen und analysieren Customer-Journeys auf der Grundlage von Daten, die bei online- und offline-Interaktionen, aus Kundenfeedback, E-Mails, Telefonaten, Social Media-Kommunikation usw. gewonnen wurden. Dahinter steht die Idee, besser zu verstehen, wer Ihre Kunden sind, welche Bedürfnisse, Erwartungen und Motive für Kaufentscheidungen sie haben und wie Sie diesen am effektivsten gerecht werden. KI-gestützte Empfehlungen helfen Ihren Marketing-Teams, ihre Strategien zu optimieren, Up-Selling und Cross-Selling anzukurbeln und letztlich den Kundenwert und den Erlös pro Kunden zu erhöhen. KI kann auch eingesetzt werden, um Indikatoren für eine mögliche Abwanderung von Kunden frühzeitig zu erkennen und rechtzeitig Maßnahmen zu ergreifen, mit denen Sie wertvolle Kunden binden und ihre Loyalität zu Ihrer Marke erhalten können. Kurz gesagt können Unternehmensführer mit besserem Verständnis und Kontrolle über die Erwartungen von Kunden den Wert ihrer Marke um Größenordnungen steigern.

Die Arbeit verändert sich

Produktivitätsgewinne und eine verbesserte Position im Wettbewerb können als die Spitze des Eisbergs aller Vorteile von KI betrachtet werden. Ihr möglicher Einfluss auf interne Abläufe im Unternehmen wird dagegen oft übersehen.

Die Automatisierung und Digitalisierung administrativer und sich wiederholender Aufgaben führen zu einer qualitativen Veränderung in der Arbeit jedes einzelnen Beschäftigten - nicht nur von Arbeitern in der Produktion sondern auch bei Angehörigen der Gesundheitsberufe, Lokomotivführern, Buchhaltern … was immer Sie wollen. In Jobs, die früher viel Arbeit ohne wesentliche Wertschöpfung enthielten, stehen jetzt Aufgaben wie Planung, Koordination, Aufsicht, Analysen und Entscheidungsfindung immer mehr im Vordergrund. Arbeit, die eigentlich Handarbeit ist, wird zunehmend von intelligenten Maschinen unterstützt.

Die Einführung von künstlicher Intelligenz verändert auch Arbeitsabläufe und Prozesse in Unternehmen, von Forschung und Entwicklung bis zur Beschaffung, von der Produktion bis zum Marketing … und zum Personalmanagement. Da heutzutage oft die Fähigkeit zum Denken abseits ausgetretener Pfade viel mehr als Tugend geschätzt wird, als das Einhalten fester Regeln, bedarf es neuer Wege in der Rekrutierung und beim Personalmanagement. Nur so lassen sich neue Kompetenzen beim Personal aufbauen. Es geht nicht mehr um die Arbeit in festen Abläufen, eher um kreative Zusammenarbeit.

Wichtig ist, dass KI-basierte Tools sicherstellen können, dass sämtliche Teams stets auf gleichem Informationsstand sind. Das eröffnet jedem Einzelnen dieselbe Sicht auf die Prioritäten des Unternehmens. Auf diese Weise wird die interne Abstimmung gefördert und das gesamte Unternehmen in die Lage versetzt, als Ganzes zu handeln und zu arbeiten.

KI macht auch große Unternehmen agil

Die Automatisierung von Aufgaben in der Datenverarbeitung und von Prozessen eliminiert menschliches Fehlverhalten und ermöglicht fundierte, akkurate und garantiert objektive Analysen.

KI erkennt jegliche Anomalien oder Abweichungen automatisch und intelligent und nutzt hochentwickelte Fähigkeiten zur Modellierung, um optimale Reaktionsmöglichkeiten zu finden. Sie beobachtet Muster, um den Einfluss sich ständig verändernder Variablen in hochkomplexen Systemen vorherzusagen und Ergebnisse zu prognostizieren. Zusammengefasst bedeutet das, dass KI Entwicklungsmöglichkeiten vom reaktiven zum proaktiven Management eröffnet.

Da sich Muster wiederholen, können KI-Systeme Situationen und Entscheidungen aus der Vergangenheit aufzeichnen und im “institutionellen Gedächtnis” speichern. Damit lassen sich Best Practices in der Zukunft schneller wiederholen. Und schließlich nutzen mehr und mehr der heutigen Enterprise-KI-Systeme die frappierenden Fähigkeiten von Deep Learning-Technologien, sich selbst zu verbessern, kontinuierlich zu optimieren und sich weiterzuentwickeln.

Das bedeutet, dass wir mit hoher Wahrscheinlichkeit eine wachsende Lücke sehen werden zwischen den Unternehmen, die disruptive KI-Technologien annehmen und jenen, die das nicht tun. Auf welcher Seite stehen Sie?

Valerie Zeller

Valerie Zeller ist Chief Marketing Officer bei Sciforma. Valeries Hauptinteressen sind Digitale Transformation, Change Management und Strategieumsetzung. Teilen Sie Ihre Meinung mit @valeriezeller